Tim Werths
Nominierung 2026 | Bestes Schauspiel
Foto © Tommy Hetzel
Tim Werths als Fürst Andrei Bolkonski in „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi, Festspiele Reichenau
Tim Werths muss neben seiner Tätigkeit als Burgtheaterschauspieler mindestens noch Yoga-Meister sein. Die verblüffende Akrobatik, die er dem Jesus-Putzmann in „Meister und Margarita“ gleich in seiner ersten Burg-Saison 2019/20 angedeihen ließ, bleibt jedenfalls unvergessen. Genauso hingebungsvoll wie hochnotpeinliche Figuren kriegt der knapp zwei Meter große Mann aus Aachen auch die depressiven Gestalten der Literatur zu fassen. Sein zutiefst grüblerischer Fürst Andrej Bolkonski aus „Krieg und Frieden“ bei den Festspielen Reichenau ließ nach der Reihe die Nackenhaare aufstehen: Werths, hier ein müder Atlant von dunkler Aura umgeben, zeigt, wie ein Mann zeitlebens gegen die Verpanzerung durch seine aristokratisch-militärische Erziehung ankämpft. Ergreifend!
Margarete Affenzeller





