„Eichmann vor Gericht“
Nominierung 2026 | Spezialpreis
Foto © Petra Moser, Peter Philipp, Peter Philipp
„Eichmann vor Gericht“, ein Dokumentartheater nach historischen Prozessunterlagen in einer Fassung von Wiebke Melle, Andreas Erdmann und Peter Wittenberg, Uraufführung, Inszenierung Peter Wittenberg, Landestheater Linz
Das Landestheater Linz ließ keine Zeit verstreichen und hat auf Basis der 2025 veröffentlichten Dokumente zum Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem anno 1961 ein Stück verfasst. In einem bravourösen, höchst verdienstvollen Kraftakt haben Wiebke Melle, Andreas Erdmann und Peter Wittenberg aus 121 Verhandlungstagen den Text zu „Eichmann vor Gericht“ destilliert. Dieser rückt die unfassbar perfide rhetorische Unschuldstaktik des Nazi-Verbrechers in den Fokus. Mit der in seiner sachlichen Verdichtung bestechenden Arbeit kommt das Landestheater nicht zuletzt seiner Pflicht zur Aufarbeitung nach, ist Eichmann doch in Linz aufgewachsen und hat sich dort radikalisiert. Der gewählte Aufführungsort im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts ist dazu doppelt sinnhaft: Unweit davon ging Eichmann zur Schule, vor allem aber erzeugt das authentische Gerichtssetting Dringlichkeit.
Margarete Affenzeller












