Felicitas Brucker
Nominierung 2026 | Beste Regie
Foto © Birgit Hupfeld
Felicitas Brucker für „Caché“ nach dem Film von Michael Haneke, Uraufführung, Volkstheater
Warum aus einem bereits existierenden Meisterwerk ein zweites machen? Weil es geht! Zumindest dann, wenn Felicitas Brucker Hand anlegt. Die Regisseurin aus Stuttgart, wohnhaft in Paris, nahm das nicht unbeträchtliche Risiko auf sich, Michael Hanekes Thriller „Caché“ auf die Bühne zu transferieren. Am Volkstheater ist es ihr mustergültig gelungen, diesen durchwegs rätselhaften Film, der von einer mit anonymen Videoaufzeichnungen bedrohten bourgeoisen Pariser Familie erzählt, in ein hochkonzentriertes, vielschichtiges Kammerspiel zu verwandeln. Brucker findet dafür David-Lynch-hafte Erzählweisen: im Bühnenbild, im Sounddesign, im Performativen, ohne den Film im Geringsten zu kopieren. So weit, dass auf einmal die französische Kolonialgeschichte die Zimmerwände durchdringt. Spitze gemacht!
Margarete Affenzeller






