„Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“
Nominierung 2026 | Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum
Foto © Peter Uhan
„Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ von Tiago Rodrigues, Inszenierung Mateja Koležnik, Deutschsprachige Erstaufführung, Schauspielhaus Bochum
Was als entspannte Familienfeier beginnt, stellt sich als blutiges Ritual heraus: Jedes Jahr wird ein Faschist entführt und erschossen. Mateja Koležnik zeigt erneut, wie präzise und psychologisch genau sie mit Schauspielenden arbeiten kann. Ein Kammerspiel, spannend wie ein Kinofilm. Gleichzeitig hat alles eine schöne Beiläufigkeit und Lakonie, nichts ist zu viel oder aufgesetzt. Das abgründige Themawird bewusst entspannt angegangen. Die große Stärke von Koležniks subtiler Regie zeigt sich am Ende: ein langer Monolog eines neorechten Politikers, den Ole Lagerpusch so sympathisch normal und sanft anlegt, dass einige Zuschauer*innen gar nicht glauben konnten, dass es sich um einen Schauspieler handelt. Es kam zu erbosten Zwischenrufen und heftigen Diskussionen während und nach der Vorstellung. Beeindruckend, dass ein Theaterstück solche Reaktionen erzeugen kann.
Karin Cerny


























