Nina Siewert
Nominierung 2026 | Bestes Schauspiel Nebenrolle
Foto © Tommy Hetzel
Nina Siewert als Ilona in „Isidor“ nach Shelly Kupferberg von Caroline Bruckner und Philipp Stölzl, Uraufführung, Burgtheater/Akademietheater
„Isidor“ ist eine jüdische Spurensuche nach einem sagenumwobenen Urgroßonkel, der im Wien der Jahrhundertwende als charismatischer Self-Made-Millionär rauschende Feste feiert und den aufkommenden Nationalsozialismus unterschätzt. Das eigentliche Herz dieser Inszenierung ist seine Beziehung mit einer Operettendiva. Wie Nina Siewert mit ungarischem Akzent diesen Verschnitt aus Marika Rökk und Zarah Leander spielt, ist unglaublich komisch – und trotzdem gewinnt sie ihrer Figur jederzeit Würde ab. Zwei Aufsteiger-Typen prallen da aufeinander, zwei starke Egos ringen miteinander. Siewert bekommt viel Raum, um aus voller Kehle falsch zu singen, was sie bravourös meistert. Beeindruckend, wie sie sich dabei das Rampenlicht erobert, völlig ernst und doch extrem camp: A Star is born. Man muss nicht singen können, wenn man das gewisse Etwas hat. Siewert versteht es, eine verletzliche Diva zu spielen, die hoch hinaus möchte – und tatsächlich in Hollywood landet.
Karin Cerny








