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Johanna Mahaffy

Nominierung 2026 | Bestes Schauspiel

Johanna Mahaffy | © Moritz Schnell
Foto: © Moritz Schnell

Johanna Mahaffy als Jessica in „Die schmutzigen Hände“ von Jean-Paul Sartre, Theater in der Josefstadt

Eine ziemlich unmögliche Frauenfigur, die Jean-Paul Sartre in seinem Dramenthriller 1948 geschaffen hat: Diese Jessica begleitet ihren Ehemann, einen 21-jährigen Studenten, der als persönlicher Sekretär (und potenzieller Mörder) eines Politikers in dessen Domizil eingeschleust wird, und verliebt sich prompt in den charismatischen älteren Herrn. So viel Klischee: Ach, Jean-Paul! Johanna Mahaffy aber balanciert mit beeindruckender Souveränität auf dem schmalen Grat zwischen Hysterie und Hingabe, Kalkül und Koketterie zeigt sie, wie diese Rolle in unserer Gegenwart scheinbar einzig gespielt werden kann: als eine, die eigentlich zu klug und empathisch ist für den tödlichen Irrsinn, den die Männer um sie herum veranstalten. Und während sie ihnen unweigerlich den Kopf verdreht, singt Johanna Mahaffy auch noch Chansons, so zart und betörend, dass wir gewiss sein können: „Le vent nous portera“ – Der Wind wird uns sicher durch die Inszenierung tragen.
Martin Thomas Pesl
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