„Krieg und Frieden“
Nominierung 2026 | Beste Bundesländer-Aufführung
Foto © Irina Gavrich
„Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi, Inszenierung Philipp Hauß, Festspiele Reichenau
Mondäne Lage, vergilbter Fin-de-Siècle-Glanz, großartiger Weitblick: Das Südbahnhotel am Sehnsuchtsort Semmering ist als Bühnenbild wie geschaffen für die hin- und mitreißende Inszenierung von „Krieg und Frieden“ für die Festspiele Reichenau. Regisseur Philipp Hauß hat Leo Tolstois 1868/69 publizierten Wälzer „Krieg und Frieden“ über die Erschütterung der Napoleonischen Kriege im russischen Adel mit Rita Thiele nach einer Dramatisierung von Nicolaus Hagg für die Bühne adaptiert und das Personal kräftig eingedampft. Das Publikum nimmt zunächst unter Lustern um eine gedeckte Festtafel im Großen Speisesaal Platz und schaut dem formidabel agierenden 14-köpfigen Ensemble gebannt zu. Hauß formt zwischen Leben und Tod, Schlachtfeld und Salon, Liebe und Hass, dem Gestern, Heute und dem Morgen, Kriegsrhetorik und Traumata ein eindringliches Theater-Erlebnis, das auch als warnender Kommentar vor dem Krieg gelesen werden kann – in der Gegenwart. Ein Höhepunkt in diesem Festivalsommer!
Julia Schafferhofer





